„Volldampf“ und „Hals über Kopf“ Die beiden neuen Achterbahnen im Erlebnispark Tripsdrill


Auch die FREIZEITPARKFREAKS waren im Sommer 2020 für Euch im Erlebnispark Tripsdrill unterwegs um die beiden neuen Achterbahnen „Volldampf“ und „Hals über Kopf“ auf Herz und Nieren zu testen. Wir haben zwei sehr schöne Tage im Park verbracht und uns natürlich auch mit dem Parkleiter Alexander Portmann über die beiden neuen Achterbahnen unterhalten.


Der liebevoll gestaltete und familiengeführte Freizeitpark Tripsdrill liegt von Weinbergen umgeben in wunderschöner Naturlandschaft bei der Ortschaft Cleebronn zwischen Heilbronn und Stuttgart. Am besten zu erreichen mit dem Auto oder auch per Bus von Heilbronn oder von Stuttgart aus über Bietigheim-Bissingen. Thema des Parks ist die schwäbische Kultur und Geschichte, was sich wie ein roter Faden durch den gesamten Park zieht. So verwundert es auch nicht, dass alle Attraktionen sehr liebevoll und detailreich in schwäbischer Art gestaltet sind. Das gilt nicht nur für die bestehenden Attraktionen, sondern auch insbesondere für die beiden neuen Achterbahnen des niederländischen Herstellers Vekoma:

 Volldampf ist ein Family Boomerang der eine Vorwärts- und Rückwärtsfahrt bietet. Der Streckenverlauf der Bahn kreuzt sich mehrfach mit dem Verlauf der zweiten Neuheit, des Suspended Family Thrill Coasters „Hals über Kopf“. Bei der Gestaltung der FamilienAchterbahn„Volldampf“ hat sich der Park von einem der bekanntesten schwäbischen Volkslieder der „Schwäbischen Eisenbahn“ inspirieren lassen. In dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Lied wird eine turbulente Reise auf der Schwäbischen Eisenbahn besungen: Von Stuttgart über Ulm und Biberach bis nach Durlesbach. Die Bahnstrecke wird nun fiktiv nach Tripsdrill weitergeführt. Die Achterbahn ist im Stil einer Dampflokomotive aus dem 19. Jahrhundert und mehreren Abteilen gestaltet. Der bekannteste vergleichbare Bahntyp ist die Anlage „Raik“ im Phantasialand. Im Gegensatz zu „Raik“ ist „Volldampf“ tatsächlich etwas spaßiger und turbulenter ausgefallen, Die Thematisierung ist sehr schön geworden, genannt sei hier das gläserne Bahnhofsdach über das eine Inversion von „Hals über Kopf“ führt, oder das im luftiger Höhe endende Schienenstück, auf dem bei einer unserer Fahrten tatsächlich seelenruhig ein echter Storch saß. Das eigentlich Highlight ist aber der Suspended Family Thrill Coaster „Hals über Kopf“ mit insgesamt 4 Inversionen, einer Höhe von 30 m und einer Länge von 800 m. Die Thematisierung der Bahn bezieht sich auf die Geschichte der sieben Schwaben, wobei sich der Name der Bahn – Hals-über-Kopf – sowohl auf die Inversionen, als auch auf die Geschichte der Sieben Schwaben bezieht. Die Sieben Schwaben setzten sich einst das Ziel, ein furchterregendes Ungeheuer am Bodensee aufzuspüren. Mit einer riesigen Lanze bewaffnet stürzten sie sich in ein waghalsiges Abenteuer. Das Ungeheuer entpuppte sich allerdings als ein Hase, der erschrocken davonhoppelte, als die Sieben Schwaben auf ihn zustürmten. Wer nun an die alten Hängeachterbahnen von Vekoma wie z.B. Limit im Heidepark denkt und eine ruckelige bis schmerzhafte Fahrt erwartet wird hier eines Besseren belehrt. Vielleicht hattet Ihr schon mal die Gelegenheit die ebenfalls von Vekoma entwickelte Achterbahn „Lech Coaster“ im polnischen Legendia in Katowice zu testen, dann wisst ihr wie laufruhig und butterweich die neuen Modelle von Vekoma fahren. So merkt man dann auch bei Hals über Kopf nicht, dass man an Schienen hängt und von diesen getragen wird, sogar einige Airtime-Momente hat diese Achterbahn zu bieten. Dieser neue Prototyp aus dem Hause Vekoma hat unsere Erwartungen in vielen Punkten übertroffen, selbst die bekannte Hängeachterbahn „Black Mamba“ aus dem Phantasialand wirkt dagegen etwas langweilig. 


Bevor wir nun zum Interview mit Alexander Portmann kommen noch ein paar Worte zum Park und unserem Gesamturteil. Das letzte mal hatten wir Tripsdrill kurz nach Eröffnung von „Karacho“ dem damals ersten Modell eines Infinity Coasters mit Launch von Gerstlauer besucht. Mittlerweile ist auch Karacho aufwendig und liebevoll thematisiert und fügt sich sehr gut in das Portfolio des Parks ein. Die Holzachterbahn „Mammut“ ist zwar etwas in die Jahre gekommen was man leider auch an den Fahreigenschaften merkt, aber macht immer noch Spaß. Sehr schön auch immer noch das „Waschzuber-Rafting“, Die Wildwasserbahn „Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen“ und der Gerstlauer Bobsled Coaster „G´sengte Sau“. Leider stand coranbedingt der Weinkeller nicht zur Verfügung, aber jeder Besucher bekommt zu seiner Eintrittskarte wahlweise ein Saft- oder Weinglas geschenkt. Die Weine der Winzer Gemeinschaft Cleebronn Güglingen gibt es im Shop zu erwerben und so konnten wir uns im Hotelzimmer von der guten Weinqualität überzeugen. Sehr hervorzuheben ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Mitarbeiter im Park und das gastronomische Angebot. Sehr zu empfehlen ist dabei das „Gasthaus zur Altweibermühle“ mit typisch schwäbischen Spezialitäten und das Burgerrestaurant „Zur Werksküche“ direkt neben Karacho. Einzig die Wegführung ist etwas verzwickt und verschlungen was zu vor allem langen Wegen führt, das ist aber in vielen Parks so und somit für uns kein Minuspunkt. Zwischen dem Freizeitpark und dem angegliederten Wildpark kann man mit einer kleinen Eisenbahn pendeln.


In der Mittagshitze unseres ersten Besuchstages (wie wir später erfuhren war es mit 37 Grad der heißeste Tag des Jahres) haben wir uns im neuen Themenbereich von Hals über Kopf und Volldampf zum Interview mit Parkleiter Alexander Portmann getroffen:  


Hallo Alex, kannst Du dich erstmal kurz vorstellen?


Mein Name ist Alexander Portmann. Ich bin seit 5 Jahren im Erlebnispark Tripsdrill tätig. Ich habe im Gästeservice angefangen und bin seit diesem Jahr für die operative Parkleitung tätig hier im Unternehmen. Ich bin auch begeisterter Freizeitparkfan und habe auch vor meinem Job hier in Tripsdrill in Walt Disney World gearbeitet dass heißt mein Hobby verbindet mich auch mit dem Beruf und der Leidenschaft.

Seit einigen Wochen hat der Erlebnispark Tripsdrill wieder geöffnet und die beiden neuen Achterbahnen drehen Ihre Runden. Kann man jetzt schon eine kleine Bilanz abgeben wie der Publikumszuspruch der beiden Bahnen ist? Wie kommen sie beim Publikum an? 

Wir haben zwar aufgrund der Corona-Auflagen Besucherbegrenzungen aber von den Besuchern die bei uns sind haben wir sehr positives Feedback erhalten. Viele Gäste steigen aus aus „Hals über Kopf“ und sind total begeistert, haben ein Lächeln im Gesicht und möchten sofort eine Wiederholungsfahrt machen. Das heißt sie steigen aus der Bahn aus und stellen sich direkt wieder an. Auch für unseren Family Boomerang „Volldampf“ haben wir ein sehr positives Feedback erhalten und wir freuen und auch schon auf 2021 um dann auch die ganze Thematisierung in diesem Bereich fertigzustellen

Sind bereits Prominente Gäste mit „Hals über Kopf“ und „Volldampf“ gefahren?

Also ich würde sie als prominent bezeichnen: Ursel Dees das ist unsere Karacho Oma so nennen wir sie immer die bei uns, die über 3000 Fahrten auf Karacho gemacht hat. Sie durfte auch hier bei „Hals über Kopf“ die erste Fahrt machen. Auch diese Bahn hat Ihr sehr gut gefallen und sie hat auch hier schon angefangen ihre Fahrten zu sammeln.

Aufgrund der Corona Pandemie gab es ja nur eine kleine Eröffnungsfeier, ist denn eine große Eröffnungsfeier als Nachholtermin geplant? 

Ja definitiv wollen wir wenn alles fertig ist hier nochmal richtig groß feiern, leider dieses Jahr nicht möglich aufgrund der Corona Pandemie, aber es ist definitiv eine große Eröffnungsfeier geplant wenn der gesamte Themenbereich fertig ist. 

Kurz zu der Corona Pandemie und den dadurch bedingten Regeln, Mund Nasenschutz, Abstand halten, Hygiene. Wie ist Deine Erfahrung mit der Umsetzung der Regeln hier in Tripsdrill? Man liest ja immer wieder von Besuchern die sich (in verschiedenen Parks) nicht daran halten... 

Unsere Erfahrung hat gezeigt es gibt tatsächlich Gäste die sich nicht an die Regeln halten aber der Großteil unserer Gäste hält sich an die Vorschriften die wir haben, die wir gemeinsam mit dem Gesundheitsamt erarbeitet haben. Es war natürlich für uns eine große Herausforderung dem gerecht zu werden. Ich denke es ist uns gut gelungen hier eine Sichere Umgebung für unsere Gäste zu schaffen. Viele Gäste loben auch unsere Corona Maßnahmen und finden es wirklich toll wie wir das gemacht haben und die meisten Gäste halten sich auch an die Regeln.

Was war der Ausschlag gebende Grund, für den Bau von direkt 2 neuen Achterbahnen? 

Wir wollten unser Park Portfolio perfekt erweitern , wir haben uns gedacht wir möchten gerne verschiedene Zielgruppen bedienen, z.B. mit der Achterbahn „Hals über Kopf“ die ein bisschen das jüngere Publikum anspricht, welches auch ein bisschen Thrill liebt und mit dem Family Boomerang „Volldampf“ auch Familien mit Kleinkindern, „Volldampf“ ist schon für Kinder ab 4 Jahren und 95 cm Körpergröße zugelassen. Bei „Hals über Kopf“ sind wir auch sehr glücklich, dass sie schon ab 6 jahren und 120 cm Körpergröße zugelassen ist. Wir möchten möglichst Allen etwas bieten vom Kleinkind bis zur Oma und das ist, denke ich, mit diesen beiden Bahnen perfekt gelungen. 

Kannst Du uns Genaueres sagen, was zu der Wahl der Firma Vekoma führte? 

Wir sind mit der Firma Vekoma schon lange in einem guten Austausch und wenn man sich unser Park Portfolio anschaut legen wir sehr großen Wert auf Qualität. Wir haben mit der Firma Gerstlauer einen Premium Hersteller aus Deutschland der bisher unsere Anlagen zu einem großen Teil gebaut hat. Nun wollten wir mit Vekoma auch mal auf einen anderen sehr innovativen und renommierten Hersteller zurückgreifen. Man kann ja bei den Bahnen sehen, es ist ein total ruhiges super Fahrgefühl. Wir sind sehr glücklich, dass Vekoma diese beiden Anlagen für uns gebaut hat. Es war eine ganz tolle Zusammenarbeit und Vekoma ist auch sehr auf unsere individuellen Wünsche eingegangen, z.B. dass unsere Gäste hier bei uns ein einzigartiges Erlebnis erleben können oder auch unsere einzigartige Thematisierung der Züge basierend auf den Geschichten die wir hier in Tripsdrill erzählen. Vekoma hat uns hier eine Weltneuheit gegeben die man sonst nirgendwo anders findet.

  Hals über Kopf ist der Prototyp des neuen SFTC (Suspended Family Thrill Coaster) von Vekoma. Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Firma Vekoma ? Sind ggf. weitere Projekte in Zusammenarbeit mit Vekoma geplant, z.B. ein Flying Coaster (es gab ja mal ein Konzept eines Flying Coasters mit Sägewerkthema am heutigen Platz der Holzachterbahn Mammut..) 

Also wir haben grundsätzlich immer Ideen für neue Attraktionen, ob die dann umgesetzt werden wird man sehen.. Die Zusammenarbeit mit der Firma Vekoma war super. Für zukünftige Projekte möchten wir nichts ausschließen aber ich bitte auch um Verständnis, dass ich dazu hier nichts sagen kann. Letztendlich werdet Ihr dann sehen was wir hier Neues hinstellen :-)

Wie lange hatte es gedauert von der Idee bis hin zum Baufertigen Layout der beiden Bahnen? 

Bereits als wir Karacho eröffnet haben (2013) gab es schon die ersten Ideen für eine neue große Anlage. Von der Idee bis zur Fertigstellung dieser Doppelanlage hat es ungefähr 5 Jahre gedauert. Im Juni letzten Jahres haben wir mit den ersten Arbeiten begonnen, im Herbst kamen dann die Schienen.

Wie viele Firmen waren oder sind noch in dem Bau Involviert, bzgl. der Fertigstellung/Thematisierung? 

Eine genaue Anzahl kann ich nicht nennen, aber wir haben, wie wir es grundsätzlich machen, mit vielen regionalen und lokalen Unternehmen zusammengearbeitet also „von Schwaben für Schwaben“.

Kannst Du uns einige Fakten zu den beiden Bahnen nennen? Z.B. wurden ja teilweise die gleichen Stützfeiler für beide Bahnen verwendet und eine Inversion von „Hals über Kopf“ befindet sich direkt über dem gläsernen Stationsdach von Volldampf.. 

Die Besonderheiten der Bahnen sind die Begegnungen auf der Strecke, wir möchten dass die Bahnen sich treffen, um nochmal ein besonderes Erlebnis für die Gäste zu bieten. Auch haben wir uns bei einigen Elementen schon etwas besonderes dabei gedacht, z.B. ist der Überschlag von „Hals über Kopf“ über dem Stationsgebäude von „Volldampf“ nicht ohne Grund an dieser Stelle. Mann soll schon im Stationsgebäude von „Volldampf“ durch das Glasdach die andere Bahn über sich herfahren sehen. Die Achterbahn „Hals über Kopf“ ist 800 m lang und bis zu 80 Kmh schnell. Die Achterbahn „Volldampf“ ist insgesamt (vor und Rückwärtsfahrt) 500 m lang. Die Besonderheit bei „Hals über Kopf“ ist, dass wir ein Schweben haben, die Züge bewegen sich ein wenig durch Dämpfer in beide Richtungen, das ist ein total tolles Fahrgefühl. Und es gibt 4 Überkopf-Elemente und wir haben nur Beckenbügel, um ein Freiheitsgefühl für den Gast zu schaffen.

Wird dieser Bereich des Parks, wo sich die beiden neuen Achterbahnen befinden noch weiter ausgebaut oder thematisiert ? Auch der Wartebereich von „Hals über Kopf“ soll ja ausgebaut werden..

Ja der Bereich wird mit Sicherheit noch weiter ausgebaut und thematisiert. Die Station von „Hals über Kopf“ z.B. wird als Wirtshaus passend zu der Geschichte der Sieben Schwaben thematisiert, auch mit interaktiven Elementen

Beide Achterbahnen haben ja wieder ein für Tripsdrill typisches schwäbisches Thema, wie ist die Idee dazu entstanden und wie habt Ihr es geschafft beide Themen so perfekt umzusetzen? 

Die Idee entsteht in unserem Kreativteam hier bei uns im Hause. Die Ideengeber kommen auch oftmals aus der Familie (wir sind ja ein Familienunternehmen geführt von der Familie Fischer), viele Ideen kommen aus der Familie oder aus unserem Kreativteam. Uns ist sehr wichtig, dass die Thematisierung einem sehr hohen Qualitätsanspruch genügt, so wie die Achterbahnen und Attraktionen auch.

Sind hier in diesem Parkbereich für die Zukunft weitere Attraktionen geplant? 

Das ist durchaus möglich also nicht ausgeschlossen.

Die Holzachterbahn Mammut soll restauriert oder ein Retracking erhalten?

Bei einer Holzachterbahn muss immer etwas gemacht werden, weil sie viel mehr Verschleiß hat als eine Stahlachterbahn. Alle Attraktionen liegen uns am Herzen und werden von uns in Schuss gehalten. Bei der Holzachterbahn Mammut gibt es jeden Winter Streckenteile die erneuert werden und das wird auch in Zukunft so sein. Wir arbeiten täglich an dieser Bahn. 

Vielen Dank für das Interview! 


Wir werden Tripsdrill mit Sicherheit bald wieder besuchen und möchten euch auch den Besuch sehr empfehlen, nicht nur um die neuen Achterbahnen zu testen.


Artikel + Interview: Jan Liebricht 

Kamera: Özlem Liebricht


Einen Besonderen Dank geht an:
Herrn Birger Meierjohann, Pressesprecher des Erlebnisparks Tripsdrill
Herrn Alexander Portmann, Parkleiter des Erlebnisparks Tripsdrill + Interviewpartner

Das Gesammte Team des Erlebnisparks Tripsdrill für die Gastfreundschaft und Einladung



Jan Liebricht im Interview mit Alexander Portmann vor Hals über Kopf und Volldampf


Alexander Portmann beim Beantworten unserer Fragen, im Hintergrund Fährt gerade ein Zug von Hals über Kopf vorbei

Eine Frage nach der anderen wird von Alexander Portman beantwortet. 

Volldampf in Action

Unser Neuer Reporter Jerry bei seiner Begutachtung von Hals über Kopf

Hals über Kopf in Action

Die Katapult Achterbahn " Karacho"

Noch mehr Impressionen von der Katapult Achterbahn " Karacho "

Waschzuber-Rafting, bei den Temperaturen an dem Tag (37 Grad ) eine Willkommene Erfrischung

Waschzuber-Rafting, Angriff von Außerhalb, Erfrischung Pur bei Außentemperaturen um die 37 Grad

Unsere Teammitglieder Jan und Özlem Liebricht mit unserem Neuen Reporter Jerry vor der Katapult Achterbahn "Karacho"


©Jan Liebricht @ Freizeitparkfreaks 2020